Heizung einstellen in der neuen Wohnung, Thermostat und Raumtemperatur
In Wohnräumen genügen rund 20 Grad, das ist Stufe 3 am Thermostatventil, im Schlafzimmer rund 17 Grad. Halten Sie die Heizkörper frei, lüften Sie kurz und kräftig und melden Sie gluckernde Heizkörper der Verwaltung.
Veröffentlicht am 12. Oktober 2026. Mit Quellenangaben am Ende der Seite.
Das Wichtigste in Kürze
- Wohnräume auf rund 20 Grad heizen, das entspricht Stufe 3 am Thermostatventil.
- Im Schlafzimmer genügen rund 17 Grad, nachts sollten die Räume nicht stark auskühlen.
- Heizkörper frei halten und dreimal täglich kurz und kräftig lüften, statt Fenster zu kippen.
- Bei gluckernden Heizkörpern zuerst die Verwaltung fragen, bevor Sie selbst entlüften.
- Jedes Grad weniger senkt die Heizkosten um rund 6 Franken pro 100 Franken.

In der neuen Wohnung regeln Sie die Wärme Raum für Raum über die Thermostatventile an den Heizkörpern. EnergieSchweiz empfiehlt im Wohnzimmer rund 20 Grad, das entspricht Stufe 3, und im Schlafzimmer rund 17 Grad oder Stufe 2. Dieser Ratgeber zeigt, was die Zahlen am Ventil bedeuten, wie Sie mit einer Bodenheizung umgehen und was zu tun ist, wenn ein Heizkörper gluckert oder die Wohnung kalt bleibt.
Welche Raumtemperatur für welchen Raum passt
Nicht jeder Raum braucht gleich viel Wärme. EnergieSchweiz, das Programm des Bundesamts für Energie, und die Energieberatung des Kantons Aargau nennen diese Richtwerte.
- Wohnzimmer und Arbeitszimmer. Rund 20 Grad laut EnergieSchweiz, 20 bis 21 Grad laut Kanton Aargau.
- Schlafzimmer. Rund 17 Grad laut EnergieSchweiz, etwa 16 Grad laut Kanton Aargau.
- Badezimmer. 21 bis 24 Grad laut Kanton Aargau, die Energieberatung Region Winterthur nennt 23 Grad.
- Korridor. Rund 17 Grad laut Energieberatung Region Winterthur.
- Wenig genutzte Räume. Ventil auf den Stern stellen, das ist die Frostschutzstellung.
Kühler heisst aber nicht kalt. Laut Kanton Aargau genügen nachts 16 Grad, die Räume sollten aber nicht stark auskühlen, sonst droht Schimmel. EnergieSchweiz rät ebenfalls, Räume mit 20 Grad nachts nicht unter 16 Grad abzusenken, weil darunter die Gefahr von feuchten Stellen steigt.
Thermostatventile richtig einstellen
Ein Thermostatventil hält die Temperatur im Raum selbständig auf dem gewählten Wert. Die Heizung geht laut Energieberatung Region Winterthur nur in Betrieb, wenn die Temperatur unter diesen Wert fällt. Auf dem Ventil stehen allerdings keine Gradzahlen, sondern nur Zahlen, Striche oder ein Stern.
Was die Zahlen auf dem Ventil bedeuten
EnergieSchweiz ordnet den Stufen diese ungefähren Raumtemperaturen zu.
- Stern, rund 7 Grad, Frostschutz
- Stufe 1, rund 14 Grad
- Stufe 2, rund 17 Grad
- Stufe 3, rund 20 Grad
- Stufe 4, rund 23 Grad
- Stufe 5, rund 26 Grad
Die Werte sind Richtwerte. Ein einfaches Thermometer zeigt Ihnen nach ein paar Tagen, ob die gewählte Stufe in Ihrer Wohnung passt. Verstellen Sie das Ventil danach nur in kleinen Schritten.
Häufige Fehler beim Einstellen
- Ventil ganz aufdrehen. Stufe 5 entspricht rund 26 Grad. Bleibt das Ventil nach einem kalten Abend dort stehen, wird der Raum deutlich wärmer als nötig.
- Unterschiedliche Stufen im selben Raum. Hat ein Zimmer zwei Heizkörper, sollten laut EnergieSchweiz alle Ventile im Raum auf dieselbe Temperatur eingestellt sein.
- Ventil im Wärmestau. Das Ventil darf laut EnergieSchweiz nicht in einem Bereich mit Wärmestau sitzen, etwa hinter einem langen Vorhang. Lässt sich das nicht ändern, braucht es ein Modell mit Fernfühler. Sprechen Sie dafür mit der Verwaltung.
- Heizkörper verdeckt. Warme Luft muss laut EnergieSchweiz ungehindert in den Raum zirkulieren können. Der Kanton Aargau empfiehlt mindestens 20 Zentimeter Abstand zu Möbeln, Vorhängen und Verkleidungen.
EnergieSchweiz empfiehlt, die Thermostatventile zu Beginn der Heizsaison zu prüfen, in der Regel im Oktober. Bleibt ein Heizkörper kalt, obwohl das Ventil aufgedreht ist, kann der Ventilstift festsitzen. In einer Mietwohnung melden Sie das der Verwaltung oder dem Hauswart.
Bodenheizung braucht Geduld
Hat Ihre neue Wohnung eine Bodenheizung, verhält sie sich anders als Heizkörper. Laut EnergieSchweiz reagieren Fussbodenheizungen erst nach 2 bis 3 Stunden auf eine neue Einstellung, Heizkörper dagegen schon nach einer bis eineinhalb Stunden. Wer am Abend friert und den Regler hochdreht, spürt die Wirkung deshalb erst viel später.
- Stellen Sie die gewünschte Temperatur einmal ein und beobachten Sie sie ein paar Tage.
- Ändern Sie die Einstellung in kleinen Schritten und warten Sie die Wirkung ab.
- Bei Wärmepumpen mit Bodenheizung ist der Nutzen einer Nachtabsenkung laut EnergieSchweiz oft fraglich.
Bei einer zentralen Heizung im Mehrfamilienhaus stellen Verwaltung oder Hauswart die Anlage selbst ein. Fehlt in Ihrer Wohnung ein Regler pro Raum, wenden Sie sich an sie, wenn es dauerhaft zu warm oder zu kalt ist.
Wenn der Heizkörper gluckert oder nur teilweise warm wird
Gluckernde Geräusche oder ein Heizkörper, der nur teilweise warm wird, deuten auf Luft im System hin. EnergieSchweiz empfiehlt, Heizkörper in solchen Fällen im Herbst zu entlüften und unabhängig davon alle drei Jahre. Laut Kanton Aargau können nicht entlüftete Heizkörper einen Teil der Energie ungenutzt lassen.
Zuerst mit der Verwaltung sprechen
In einem Mehrfamilienhaus ist das Entlüften mehr als ein Handgriff am eigenen Heizkörper. EnergieSchweiz beschreibt, dass dafür die Umwälzpumpe ausgeschaltet und danach der Druck der Anlage am Manometer im Heizungsraum geprüft wird. Fehlt Wasser, muss es nachgefüllt werden. Fragen Sie deshalb zuerst die Verwaltung oder den Hauswart, ob Sie selbst entlüften dürfen oder ob jemand vorbeikommt.
Haben Sie das Einverständnis, brauchen Sie einen Vierkantschlüssel und ein Gefäss für das Wasser. Laut EnergieSchweiz kann das austretende Wasser sehr heiss sein, Handschuhe sind deshalb sinnvoll. Schliessen Sie das Ventil, sobald nur noch Wasser austritt. Welche kleinen Arbeiten Mieterinnen und Mieter sonst selbst erledigen, erklärt der Ratgeber zum kleinen Unterhalt in der Mietwohnung.
Kurz und kräftig lüften
Auch in der Heizsaison braucht die Wohnung frische Luft. Ein dauernd gekipptes Fenster ist dafür aber keine gute Lösung. Laut EnergieSchweiz entweicht so viel Wärme, ohne dass genug frische Luft hereinkommt.
- Lüften Sie im Winter dreimal täglich fünf bis zehn Minuten und öffnen Sie dabei möglichst viele Fenster weit, empfiehlt EnergieSchweiz.
- Je tiefer die Aussentemperatur ist, desto kürzer können Sie lüften.
- Drehen Sie die Heizkörper während des Lüftens ab, rät der Kanton Aargau.
- Lüften Sie Bad und Küche nach dem Duschen oder Kochen, damit der Wasserdampf ins Freie gelangt.
Heizkosten sparen in der neuen Wohnung
Laut EnergieSchweiz werden zwei Drittel des Energiebedarfs im Haushalt fürs Heizen eingesetzt. Entsprechend viel bringt die richtige Einstellung. Mit jedem Grad weniger Raumtemperatur sinken die Heizkosten laut EnergieSchweiz und Kanton Aargau um rund 6 Franken pro 100 Franken.
- Heizen Sie jeden Raum nur so warm wie nötig.
- Stellen Sie unbenutzte Räume auf den Stern, statt sie mitzuheizen.
- Senken Sie die Temperatur bei Ferien oder längerer Abwesenheit in allen Räumen.
- Schliessen Sie nachts Rollläden und Fensterläden, damit die Räume weniger auskühlen.
- Lassen Sie tagsüber Storen und Vorhänge offen, damit die Sonne die Räume wärmt.
Bezahlen Sie die Heizkosten als Akonto mit dem Mietzins, folgt später die Abrechnung. Sind die tatsächlichen Kosten höher, müssen Sie laut Mieterverband nachzahlen, zu viel Bezahltes erhalten Sie zurück. Fragen Sie die Verwaltung beim Einzug, wie hoch das Akonto ist und wann abgerechnet wird.
Beim Zügeln in der Heizsaison an die Heizung denken
Einige Punkte zur Heizung lassen sich schon rund um den Zügeltag erledigen.
- Antrittsprotokoll. ch.ch empfiehlt, mit der Vermieterschaft der neuen Wohnung ein Antrittsprotokoll auszufüllen. Prüfen Sie dabei auch Heizkörper und Thermostatventile und halten Sie Schäden fest.
- Zählerstände. Lassen Sie laut ch.ch am alten Wohnort die Zähler für Strom und Wasser sowie allenfalls Wärme und Gas ablesen.
- Möbel planen. Überlegen Sie vor dem Zügeltag, wo Schränke, Sofas und Betten hinkommen, damit vor den Heizkörpern genug Platz bleibt.
- Alte Wohnung nicht auskühlen lassen. Heizen Sie bis zur Abgabe weiter. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Umzug im Winter.
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Wenn die Wohnung kalt bleibt
Wird die Wohnung trotz richtig eingestellter Ventile nicht warm, kann ein Mangel vorliegen. Laut Merkblatt des Mieterverbands sollte ein Raum tagsüber 20 bis 21 Grad warm werden. Ist es über längere Zeit kälter, gilt das als Mangel (Stand Oktober 2026).
- Melden Sie das Problem umgehend der Verwaltung. Laut Mieterverband genügt oft ein Anruf oder eine E-Mail.
- Hilft das nicht, setzen Sie mit einem eingeschriebenen Brief eine Frist. Der Mieterverband nennt etwa 14 Tage, bei einem Ausfall der Heizung darf sie kürzer sein.
- Beschreiben Sie den Mangel genau und notieren Sie gemessene Temperaturen mit Datum.
- Für die Dauer des Mangels können Sie eine Mietzinsreduktion verlangen. Kürzen Sie den Mietzins aber nicht eigenmächtig.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Welche Stufe am Thermostatventil entspricht 20 Grad?
Laut EnergieSchweiz entspricht Stufe 3 ungefähr 20 Grad. Stufe 2 liegt bei rund 17 Grad, Stufe 4 bei rund 23 Grad.
Wie warm sollte das Schlafzimmer sein?
EnergieSchweiz nennt rund 17 Grad, der Kanton Aargau etwa 16 Grad. Kühlen Sie den Raum aber nicht stark aus, sonst droht laut Kanton Aargau Schimmel.
Darf ich die Heizkörper in der Mietwohnung selbst entlüften?
Fragen Sie zuerst die Verwaltung oder den Hauswart. Im Mehrfamilienhaus hängt das Entlüften mit der ganzen Anlage zusammen, etwa mit der Umwälzpumpe und dem Druck im Heizungsraum.
Lohnt es sich, die Bodenheizung nachts tiefer zu stellen?
Das hängt von der Anlage ab. Eine Bodenheizung reagiert laut EnergieSchweiz erst nach 2 bis 3 Stunden, und bei Wärmepumpen mit Bodenheizung ist der Nutzen einer Nachtabsenkung oft fraglich. Fragen Sie die Verwaltung, wie die Anlage eingestellt ist.
Wie lange soll ich im Winter lüften?
EnergieSchweiz empfiehlt dreimal täglich fünf bis zehn Minuten mit weit geöffneten Fenstern. Je kälter es draussen ist, desto kürzer genügt das Lüften.
Was tun, wenn die Heizung in der neuen Wohnung ausfällt?
Melden Sie den Ausfall umgehend der Verwaltung. Reagiert sie nicht, setzen Sie per eingeschriebenem Brief eine Frist. Bei einem Heizungsausfall ist laut Mieterverband eine kürzere Frist als die üblichen etwa 14 Tage möglich.
Quellen
- Bundesamt für Energie, EnergieSchweiz, Energie sparen im Alltag, Ausgabe 2021 (pubdb.bfe.admin.ch)
- Bundesamt für Energie, EnergieSchweiz, Thermostatventile vor der Heizsaison korrekt einstellen, 2021 (pubdb.bfe.admin.ch)
- Bundesamt für Energie, EnergieSchweiz, Radiatoren entlüften, 2021 (pubdb.bfe.admin.ch)
- Bundesamt für Energie, EnergieSchweiz, Nachtabsenkung, 2021 (pubdb.bfe.admin.ch)
- Kanton Aargau, energieberatungAARGAU, Raumtemperatur (ag.ch)
- Energieberatung Region Winterthur, Effizient in die Heizsaison (turbenthal.ch)
- Mieterinnen- und Mieterverband, Merkblatt Frieren und Schlottern in der Mietwohnung (mieterverband.ch)
- Mieterinnen- und Mieterverband, Mängel und Schäden (mieterverband.ch)
- Mieterinnen- und Mieterverband, Heiz- und Nebenkosten (mieterverband.ch)
- ch.ch, Checkliste für den Umzug (ch.ch)
Alle Quellen abgerufen am 12. Oktober 2026.
Angaben ohne Gewähr. Massgebend sind die Regeln Ihrer Gemeinde, Ihres Kantons und Ihr Vertrag.
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