Reinigungsmittel mischen, was gefährlich ist und wie Sie sicher putzen
Chlorhaltige Reinigungsmittel wie Javelwasser dürfen Sie nie mit säurehaltigen Mitteln wie Entkalker oder Essig mischen, sonst kann giftiges Chlorgas entstehen. Hier lesen Sie, welche Kombinationen gefährlich sind und wie Sie sicher putzen.
Veröffentlicht am 11. Oktober 2026. Mit Quellenangaben am Ende der Seite.
Das Wichtigste in Kürze
- Mischen Sie chlorhaltige Mittel wie Javelwasser nie mit säurehaltigen Reinigern wie Entkalker. Laut BAG kann dabei giftiges Chlorgas entstehen.
- Lesen Sie vor dem Putzen die Etikette. Rot-weisse Gefahrensymbole zeigen zum Beispiel, ob ein Produkt ätzend ist.
- Tragen Sie bei ätzenden Produkten wie Backofen- oder Abflussreiniger Handschuhe und Schutzbrille, lüften Sie gut und verwenden Sie nur die nötige Menge.
- Bewahren Sie Reinigungsmittel im Originalgebinde und für Kinder unerreichbar auf, gefährliche Produkte laut BAG mindestens 160 cm über Boden und nach Möglichkeit abgeschlossen.
- Im Vergiftungsnotfall erreichen Sie Tox Info Suisse rund um die Uhr unter der Nummer 145.

Reinigungsmittel sollten Sie grundsätzlich nicht miteinander mischen. Besonders gefährlich ist es, chlorhaltige Mittel wie Javelwasser mit säurehaltigen Reinigern wie Entkalker zusammenzubringen, denn dabei kann laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) giftiges Chlorgas entstehen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Mischungen Sie vermeiden, wie Sie Gefahrensymbole lesen und wie Sie beim Putzen sicher vorgehen, etwa bei der Endreinigung vor der Wohnungsabgabe.
Welche Reinigungsmittel Sie nie mischen dürfen
Javelwasser ist eine wässrige Lösung von Natriumhypochlorit. Das BAG beschreibt es als vielseitig, etwa als Bleichmittel, Entflecker oder Desinfektionsmittel. Laut einem Factsheet des BAG von 2015 wird Javelwasser oft fälschlicherweise zusammen mit Säuren verwendet, zum Beispiel mit Entkalker oder anderen Putzmitteln.
Chlor und Säure ergeben Chlorgas
Javelwasser dürfen Sie laut BAG nicht mit Säuren mischen und auch nicht zusammen mit Reinigungsmitteln verwenden, die Säuren enthalten. Sonst kann giftiges Chlorgas entstehen. Säuren stecken in Entkalkern und Kalklösern, in manchen WC- und Badreinigern und auch in Hausmitteln wie Essig oder Zitronensäure. Typische Anzeichen einer Chlorgasvergiftung sind laut BAG Husten, Schwindel, Übelkeit und Atemstörungen.
Chlor und Ammoniak
Auch Ammoniak, etwa in Form von Salmiakgeist, gehört nicht zu Javelwasser. Das BAG warnt beim Mischen der beiden ausdrücklich vor Explosionsgefahr.
Versteckte Chlorquellen erkennen
Chlor steckt nicht nur in der Flasche mit der Aufschrift Javelwasser. Schimmelentferner aus dem Handel sind laut Suva oft chlorhaltig, und auch manche WC-Reiniger enthalten Chlor. Prüfen Sie deshalb bei jedem Produkt die Inhaltsstoffe und die Hinweise auf der Etikette. Begriffe wie Natriumhypochlorit oder Hypochlorit weisen auf ein chlorhaltiges Mittel hin. Deutlich ist auch der Gefahrenhinweis «Entwickelt bei Berührung mit Säure giftige Gase», den das BAG als Beispiel für die Kennzeichnung von Javelwasser zeigt.
Die Grundregel heisst, nichts zusammenschütten
Tox Info Suisse rät, Putzmittel mit Javelwasser nie zusammen mit anderen Reinigungsmitteln zu verwenden. Weil Sie nicht bei jedem Produkt wissen, was genau darin steckt, mischen Sie im Alltag gar keine Reinigungsmittel, auch nicht, um die Wirkung zu verstärken. Verwenden Sie verschiedene Produkte nacheinander und spülen Sie die Fläche dazwischen gründlich mit Wasser ab. Das gilt besonders im WC, wo Reste im Wasser stehen bleiben. Nach dem Entkalken von Kaffeemaschine oder Wasserkocher spülen Sie das Gerät gut durch, damit keine Entkalkungsflüssigkeit zurückbleibt.
Gefahrensymbole und Etikette richtig lesen
Die Schweiz hat das global harmonisierte Kennzeichnungssystem GHS schrittweise bis Mai 2015 eingeführt. Zur Kennzeichnung gehören laut chemsuisse, dem Verbund der kantonalen Chemikalienfachstellen, rot-weisse Piktogramme, ein Signalwort, Gefahrenhinweise (H-Sätze) und Sicherheitshinweise (P-Sätze). Die neun Gefahrensymbole stehen laut der Informationskampagne cheminfo des Bundes oft auf der Rückseite der Verpackung. Beim Putzen begegnen Ihnen vor allem diese vier.
- Ätzend steht laut BAG zum Beispiel auf Backofenreinigern, Entkalkern, Abflussreinigern, starken Reinigungsmitteln und Reinigungskonzentraten. Solche Produkte können schwere Hautverätzungen und Augenschäden verursachen.
- Vorsicht gefährlich steht etwa auf Geschirrspültabs, Reinigungsmitteln und Javelwasser. Solche Produkte können die Haut reizen und Allergien oder Ekzeme auslösen.
- Hochentzündlich steht unter anderem auf Spraydosen und Lösungsmitteln. Halten Sie solche Produkte von Zündquellen fern.
- Gewässergefährdend steht zum Beispiel auf Schimmelentfernern.
Lesen Sie die Etikette vor der Verwendung, damit Sie nichts verwechseln, wie es Tox Info Suisse empfiehlt. Laut cheminfo sollten Sie ein Produkt nie für etwas anderes einsetzen, als der Hersteller vorgesehen hat, und die Dosierungsanleitung genau befolgen. Das BAG betont zudem, dass nicht eingestufte Produkte nicht automatisch harmlos sind. Seit Januar 2026 müssen chemische Produkte wie Reinigungsmittel, die gesundheitliche oder physikalische Gefahren bergen, in der Schweiz ausserdem einen UFI-Code tragen. Mit diesem Code sieht Tox Info Suisse bei einer Vergiftung rasch, welche Stoffe im Produkt enthalten sind.
So verwenden Sie Reinigungsmittel sicher
Gut lüften
Beachten Sie Warnhinweise wie «nur bei offenem Fenster verwenden», die das BAG als Beispiel nennt. Öffnen Sie beim Putzen mit starken Mitteln das Fenster. In einem Bad ohne Fenster schalten Sie die Lüftung ein und lassen die Tür offen. Bei Sprays rät das BAG, den Sprühnebel nicht einzuatmen und wenn möglich manuelle Zerstäuber oder flüssige Produkte zu verwenden. Müssen Sie beim Putzen husten oder wird Ihnen schwindlig, verlassen Sie den Raum und gehen Sie an die frische Luft.
Handschuhe und Schutzbrille tragen
Für ätzende Produkte empfiehlt das BAG, bei jedem Umgang Handschuhe und Schutzbrille zu tragen. Bei Javelwasser rät es zu Handschuhen bei längerem Kontakt mit der Haut oder bei Produkten, die als reizend oder ätzend gekennzeichnet sind, und dazu, den Kontakt mit den Augen zu vermeiden. Laut Suva schützen Einweghandschuhe die Haut vor Reinigungsmitteln, und eine Schutzbrille beugt Augenreizungen durch Spritzer vor. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn Sie Backofenreiniger sprühen, einen verstopften Abfluss behandeln oder über Kopf arbeiten.
Richtig dosieren
Verwenden Sie nur die benötigte Menge und halten Sie sich an die Dosiervorschriften. Laut BAG ist kein Produkt für alles geeignet, und Spezialreinigungsmittel helfen bei normal verschmutzten Böden wenig. Gewerbliche Produkte gehören laut BAG nicht in den Privathaushalt, weil sie oft deutlich stärker oder konzentrierter sind. Konzentrate sind zudem generell gefährlicher als verdünnte Lösungen.
Javelwasser und Desinfektionsmittel gezielt einsetzen
Für die normale Reinigung brauchen Sie in der Regel weder Javelwasser noch Desinfektionsmittel. Das BAG rät, Javelwasser nicht für gewöhnliche Reinigungszwecke wie den Boden einzusetzen. Es hält ausserdem fest, dass Desinfektionsmittel im Wohnbereich unnötig sind und für die Hygiene Reinigungsmittel auf Seifen- oder Tensidbasis genügen. Je weniger verschiedene Mittel im Putzschrank stehen, desto kleiner ist die Gefahr, etwas zu verwechseln oder zu mischen.
Reinigungsmittel sicher aufbewahren
Bewahren Sie Reinigungsmittel nur im Originalgebinde auf, denn dort stehen laut BAG die wichtigen Informationen. Füllen Sie nichts in Lebensmittelbehälter um. Tox Info Suisse warnt davor, Produkte in Trinkflaschen oder andere Gefässe umzufüllen, auch nicht mit entsprechender Beschriftung. Javelwasser und säurehaltige Reiniger lagern Sie getrennt voneinander.
Kinder und Haustiere schützen
Das BAG empfiehlt, gefährliche Chemikalien mindestens 160 cm über Boden und nach Möglichkeit abgeschlossen aufzubewahren. Wie wichtig das ist, zeigt eine Zahl des BAG. Allein im Jahr 2015 wurden über 5'400 Vergiftungsfälle mit Haushaltsprodukten bei Kindern verzeichnet. Lassen Sie offene Flaschen während der Arbeit nicht achtlos stehen und halten Sie Kinder und Haustiere von frisch behandelten Flächen fern.
Reste gefährlicher Reinigungsmittel nehmen laut BAG die Verkaufsstellen solcher Produkte von Privatpersonen in Kleinmengen kostenlos zurück, in WC oder Ausguss gehören sie nicht.
Was tun bei einem Unfall mit Reinigungsmitteln?
Bei einer Vergiftung oder einem Verdacht darauf erreichen Sie Tox Info Suisse unter der Notfallnummer 145. Dort geben Ärztinnen, Ärzte und andere medizinische Fachpersonen rund um die Uhr Auskunft. Bei Bewusstlosigkeit oder Atem- und Kreislaufstillstand alarmieren Sie den Rettungsdienst unter 144. Das Merkblatt von Tox Info Suisse aus dem Jahr 2024 nennt diese ersten Massnahmen.
- Nach dem Einatmen für frische Luft sorgen und die betroffene Person beruhigen. Wer hilft, darf sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen.
- Nach Spritzern ins Auge Kontaktlinsen entfernen und das Auge umgehend 10 bis 15 Minuten mit sauberem, lauwarmem Wasser spülen, die Lider dabei gut offen halten. Nach Kontakt mit ätzenden Produkten muss laut BAG ein Augenarzt aufgesucht werden.
- Nach Hautkontakt benetzte Kleider rasch entfernen und die Haut ausgiebig mit fliessendem, lauwarmem Wasser spülen.
- Nach dem Verschlucken kein Erbrechen herbeiführen. Ist die betroffene Person wach, den Mund ausspülen und bei nicht schäumenden Mitteln 1 bis 2 dl klare, fettfreie Flüssigkeit wie Wasser oder Tee trinken, bei schäumenden Mitteln nur einen Schluck. Bewusstlosen Personen keine Flüssigkeit einflössen.
Halten Sie beim Anruf die Etikette oder das Produkt bereit, wie es das BAG empfiehlt. Laut Tox Info Suisse sollten Sie zudem Alter, Gewicht und Geschlecht der betroffenen Person kennen, ebenso das Produkt, den Aufnahmeweg, den Zeitpunkt, die höchstens mögliche Menge, die Beschwerden, die ersten Massnahmen und eine Telefonnummer, unter der Sie erreichbar sind.
Checkliste für sicheres Putzen
- Etikette lesen und auf Gefahrensymbole wie «Ätzend» achten
- chlorhaltige Mittel wie Javelwasser nie mit Entkalker, Essig, sauren WC-Reinigern oder Ammoniak zusammenbringen
- pro Arbeitsschritt nur ein Produkt verwenden und dazwischen mit Wasser nachspülen
- Fenster öffnen oder Lüftung einschalten
- bei ätzenden Produkten Handschuhe und Schutzbrille tragen
- nach Dosierungsanleitung dosieren und keine gewerblichen Konzentrate verwenden
- Flaschen nach Gebrauch schliessen und nicht herumstehen lassen
- Reinigungsmittel im Originalgebinde, mindestens 160 cm hoch und möglichst abgeschlossen lagern
- Javelwasser getrennt von säurehaltigen Reinigern aufbewahren
- Notfallnummer 145 von Tox Info Suisse griffbereit halten
Endreinigung selber machen oder abgeben
Bei der Endreinigung vor der Wohnungsabgabe kommen oft viele Mittel zum Einsatz, vom Backofenreiniger über den Entkalker für Bad und Küche bis zum Glasreiniger. Unter Zeitdruck steigt die Gefahr, Produkte zu verwechseln oder kurz nacheinander ins gleiche WC zu giessen. Planen Sie deshalb die Reihenfolge, arbeiten Sie Raum für Raum und räumen Sie jedes Mittel nach Gebrauch weg. Hilfreiche Tipps finden Sie auf unserer Seite Umzugsreinigung selber machen und in der Checkliste für die Umzugsreinigung.
Ob Sie selber putzen oder die Reinigung abgeben, hängt oft von Aufwand und Kosten ab. Diese Faktoren spielen eine Rolle.
- Grösse der Wohnung und Anzahl der Räume
- Zustand, etwa Kalk in Bad und Küche oder eingebranntes Fett im Backofen
- Anzahl Fenster sowie Storen und Rollläden
- Zusatzflächen wie Balkon, Keller oder Estrich
- verfügbare Zeit bis zum Abgabetermin
- beim Selberputzen die Ausgaben für Reinigungsmittel, Handschuhe und Schutzbrille
Endreinigung und Hausreinigung mit UmzugKraft
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Häufige Fragen
Was passiert, wenn man Javelwasser und Essig mischt?
Essig enthält Essigsäure. Kommt Javelwasser mit Säuren zusammen, kann laut BAG giftiges Chlorgas entstehen. Ist es passiert, öffnen Sie die Fenster, verlassen Sie den Raum und gehen Sie an die frische Luft. Bei Beschwerden wie Husten oder Atemproblemen rufen Sie Tox Info Suisse unter 145 an.
Darf ich WC-Reiniger und Javelwasser zusammen verwenden?
Nein. Tox Info Suisse rät, Putzmittel mit Javelwasser nie zusammen mit anderen Reinigungsmitteln zu verwenden. Manche WC-Reiniger enthalten Säuren, andere selbst Chlor. Spülen Sie mehrmals gründlich, bevor Sie ein anderes Produkt ins WC geben.
Welche Schutzausrüstung brauche ich beim Putzen?
Für ätzende Produkte wie Backofen- oder Abflussreiniger empfiehlt das BAG Handschuhe und Schutzbrille. Bei längerem Hautkontakt oder reizenden Mitteln schützen Haushalts- oder Einweghandschuhe. Lüften Sie zudem gut.
Welche Nummer wähle ich bei einer Vergiftung?
Tox Info Suisse erreichen Sie rund um die Uhr unter 145. Bei Bewusstlosigkeit oder Atem- und Kreislaufstillstand alarmieren Sie den Rettungsdienst unter 144.
Brauche ich für die Endreinigung Desinfektionsmittel?
In der Regel nicht. Laut BAG sind Desinfektionsmittel im Wohnbereich unnötig. Für die Hygiene genügen Reinigungsmittel auf Seifen- oder Tensidbasis.
Quellen
- Bundesamt für Gesundheit BAG, Javelwasser
- Bundesamt für Gesundheit BAG, Factsheet Javelwasser
- Bundesamt für Gesundheit BAG, Sicherer Umgang mit Chemikalien
- Bundesamt für Gesundheit BAG, Gefahren von Chemikalien für Kinder und Jugendliche
- Bundesamt für Gesundheit BAG, Aerosolspray
- Bundesamt für Gesundheit BAG, Desinfektionsmittel im Wohnbereich
- Bundesamt für Gesundheit BAG, Der UFI-Code als schnelle Hilfe im Notfall
- Bundesamt für Gesundheit BAG, Symbole für alltägliche Gefahren
- Bundesamt für Gesundheit BAG, Chemische Produkte im Haushalt, Flyer
- Bundesamt für Gesundheit BAG, Chemische Produkte im Haushalt, Produktkarten
- Tox Info Suisse, Merkblatt Was tun im Vergiftungsnotfall
- cheminfo, Gefahrensymbole
- cheminfo, Etikette
- chemsuisse, Gefahrenkennzeichnung
- Suva, Schimmel entfernen und dauerhaft vorbeugen
Alle Quellen abgerufen am 11. Oktober 2026.
Angaben ohne Gewähr. Massgebend sind die Regeln Ihrer Gemeinde, Ihres Kantons und Ihr Vertrag.
Endreinigung abgeben statt selber schrubben
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